Archiv | Gruppenpsychotherapie RSS for this section

Vertrauen in der Beziehung von Patient und Arzt

In der ambulanten Gruppentherapie:

Herr Müller: „Ich wollte sagen, ich war letzte Woche nicht zur Sitzung hier, da die Bahn nicht gefahren ist, nur dass Sie bescheid wissen“.

PsychoSomaDoc: „Ich kann mir vorstellen, dass Sie das geärgert hat“.

Herr Müller: „Ne, war nicht schlimm. Ich mein‘ ja wegen der Ausfallgebühr. Die 20 Euro nochwas. Konnte ich ja nichts zu, dass die Bahn nicht fuhr.“

(Es gibt eine feste Vereinbarung zu den Rahmenbedingungen einer Gruppentherapie, aus denen hervorgeht, dass bei Nichterscheinen ein Ausfallhonorar von 20,23 Euro fällig wird, da die Krankenkasse bei Fernbleiben nicht für den fest geplanten und belegten Platz zahlt. Nicht erhoben wird die Gebühr in unserer Klinik bei Krankmeldung und Absage mindestens 24 Stunden vorher.)

PsychoSomaDoc: „Da konnten Sie nichts daran ändern, dass die Bahn ausfiel. Die Teilnahmevereinbarung gilt aber auch in diesem Fall. Ich kann ja auch nichts dafür, dass die Bahn nicht gefahren ist.

Herr Müller: „Ja aber in so einem Fall muss doch die Gebühr erlassen werden, Sie wissen doch, dass ich wenig Geld habe.“

PsychoSomaDoc: „Sie würden sich mehr finanzielle Unterstützung von mir als ihr Arzt wünschen und mehr Verantwortung abgeben wollen? “

Herr Müller: „Und wenn ich nicht zahle, schmeissen Sie mich dann aus der Gruppe?“

PsychoSomaDoc: „Es ist Ihre Entscheidung, sich an die Vereinbarungen zu halten oder die Gruppe zu verlassen, sofern Sie die Regelungen nicht akzeptieren möchten.“ (Dieser Satz ist wohlwollend und ganz ernst gemeint.)

Herr Müller: „Also diese Erpressung ist ja schon fast Trickbetrügerei, das haben Sie schon öfter abgezogen.“

PsychoSomaDoc: „Dann würde es sich jetzt vielleicht lohnen einmal darüber nachzudenken, ob es sinnvoll ist, sich von einem Trickbetrüger behandeln zu lassen.“

Advertisements