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Influenza Grippe 2013

Die Grippewelle 2013 wütet in vollen Zügen. Insbesondere im Osten Deutschlands, inzwischen aber auch in den westlichen (Karnevals-) Regionen ist die Aktivität des leicht durch Tröpfchen übertragbaren (Niesen, Husten) Influenza A- und B- Virus in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Aktuelle Infos zur Verbreitung der Infektionskrankheit sind jederzeit beim Robert-Koch-Institut online abzurufen.

Wichtig zu verstehen ist, dass die saisonale Grippe keine Erkältung oder kein Schnupfen ist. „Mich hat’s erwischt, ich trinke erstmal einen heißen Hustentee“ ist kein Zitat eines Grippekranken. Der mit Influenza (so heißen die auslösenden Viren) angesteckte Patient wird nach etwa 1-3 Tagen nach Kontakt mit dem Virus schlagartig, innerhalb von 30-60 Minuten schwer krank mit Schüttelfrost, Schwäche und im Verlauf dann Fieber, meist über 39°C. Es kommt teilweise zu rinnender Nase und einem trockenen Husten sowie Kopfschmerzen. Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle sind möglich. Ganz typisch ist das Gefühl, schwer krank zu sein und praktisch gar nicht mehr aufstehen zu können in den ersten Tagen.

Das H1N1-Virus (Schweinegrippevirus)

Das H1N1-Virus (Schweinegrippevirus)

Das Influenza-Virus liebt kaltes, trockenes Wetter und kann unter diesen Bedingungen lange in Tröpchenform in der Luft oder an Gegenständen überleben. Wir unterscheiden verschiedene Arten: Die Influenza A-Viren (H5N1 und H1N1), die eher ausgeprägte Symptome wie oben beschrieben auslösen. Das H1N1-Virus ist uns aus den Medien noch bekannt, es wurde im Jahr 2009 als so genanntes Schweinegrippe-Virus bezeichnet. Es gibt H1N1 jetzt noch als saisonale Grippe, die Medien interessieren sich jedoch nicht mehr dafür, da er damals wie heute nur sehr gefährlich ist, wenn Vorerkrankungen wie Asthma oder eine Herzerkrankung bestehen oder eine persönliche genetische Veranlagung. (Hieran wird deutlich, wie sehr uns die Medien in Fragen der Gesundheitsgefährdung und der Krankheitsangst steuern.) Das Influenza B-Virus löst auch eine Grippe aus, die jedoch eher leicht verläuft (ähnlich einer ausgeprägten Erkältung). Influenza C führt grundsätzlich eher zu milden Erkrankungsverläufen.

Sollten Sie erkranken, bewahren Sie zunächst einmal die Ruhe. Das Wichtigste ist die körperliche Schonung, die der Körper unmissverständlich verlangt. Trinken Sie viel, auch wenn es aufgrund der Schwäche schwer fällt. Nehmen Sie, insbesondere wenn Sie Vorerkrankungen haben, Kontakt zu ihrem Hausarzt auf. Er bespricht mit Ihnen, ob ein Abstrich auf Grippe nötig ist. Sollte er positiv ausfallen, wäre dieser Befund dem Gesundheitsamt namentlich meldepflichtig zur Seuchenprophylaxe – also um die Ausbreitung der Grippe möglichst einzudämmen.

Wenn Sie – abgesehen von der Grippe gesund sind – müssen keine besonderen medizinischen Maßnahmen eingeleitet werden, ausser (bei Bedarf) der medikamentösen Senkung des Fiebers. Haben Sie schwere Krankheiten, kann in den ersten 48 Stunden mit dem Antivirenmittel Tamiflu behandelt werden – sprechen Sie mit ihrem Arzt.

Die akute Erkrankung dauert 5-7 Tage an, dann sollten Sie entfiebert sein. Dauert das Fieber weiterhin an, kann es zu einer zusätzlichen Infektion (z.B. der Nasennebenhöhlen, der Bronchien oder des Mittelohres) gekommen sein und es würde in einigen Fällen (je nach ärztlichem Befund) eine antibiotische Therapie notwending.

Der akuten Phase schließt sich eine, im Unterschied zu den Erkältungskrankheiten, lang andauernde Rekonvaleszenz (Erholungsphase) an, in der man sich meist mehrere Wochen deutlich leistungseingeschränkt fühlt. Es ist wichtig, sich weiter zu schonen und keinen Sport zu treiben. In dieser Phase kann es auch zu Antriebsmangel und depressiven Verstimmungen kommen, da durch die eingeschränkte Belastbarkeit auch im psychosomatischen Sinne die „Kränkung“ durch die Grippe und die Schwäche  deutlich wird.

Es macht Sinn, sich in der Erholungszeit unter weiterer Schonung gesund zu ernähren, und sehr langsam mit etwas Aktivierung (Spaziergänge, Freunde treffen) zu beginnen. Gönnen Sie sich auch etwas für Ihre Seele: Ein guter Film, eine nettes Buch oder ein interessantes Blog können Sie auf andere Gedanken bringen. Lassen Sie sich nicht von Arbeitskollegen oder Vorgesetzten unter Druck setzen, die oftmals nicht verstehen, weshalb man mit einem „Schnupfen“ mehrere Wochen arbeitsunfähig sein kann. Dies ist ein großes Mißverständnis: Viele Menschen wissen nicht, wie schwerwiegend eine Grippe-Erkrankung verlaufen kann, da sie selber nie eine durchgemacht haben.

Eine Impfung schützt prinzipiell vor allen saisonalen (also den jährlich leicht veränderten) Grippe-Erregern, sie kann für den folgenden Winter ab Herbst 2013 bei den Hausärzten verabreicht werden.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit der Grippe und der Reaktion von Kollegen oder Freunden gemacht – hat man Euren Gesundheitsszustand richtig eingeschätzt?

Gute Gesundheit bzw. gute Besserung, Euer PsychoSomaDoc